Degeto Reset - Die Neuausrichtung der ARD-Tochter

Christine Strobl ist Chefin der DeGeTo
Christine Strobl
Christine Strobl bei "Filmstoffentwicklung"

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Die Krise der ARD Degeto hat die gesamte deutsche Filmlandschaft in Mitleidenschaft gezogen. Wie wird nun die Neuausrichtung aussehen? Die neue Chefin Christine Strobl stellte sich im Rahmen der VeDRA-Veranstaltung "Filmstoffentwicklung" den Fragen von Angela Heuser und Norbert Maass.

Christine Strobl stammt aus Freiburg. 1999 kam die Volljuristin zum SWR. Nach Stationen im Hörfunk und der Intendanz wurde sie 2007 Abteilungsleiterin im Kinder- und Familienprogramm Fernsehen. Ab Anfang 2011 leitete sie die Hauptabteilung Film und Familienprogramm des SWR, dessen Fernsehfilmchefin sie war. In dieser Funktion war sie auch Vertreterin des SWR in der ARD-Fernsehfilmkoordination sowie der ARD-Gemeinschaftsredaktionen Serie Hauptabend und Vorabend. Seit Juli 2012 ist sie Geschäftsführerin der ARD Degeto mit Sitz in Frankfurt am Main. Am 1. September 2012 übernahm Christine Strobl nebenamtlich die Koordination Filmförderung der ARD.

 

Mitschnitt von der Veranstaltung "Filmstoffentwicklung," die vom Verband für Film- und Fernsehdramaturgie VeDRA am 9. 11. 2013 in Berlin organisiert wurde.

[ 23. Jan 2014 ]

Kommentare

Mehr (echte) Fiktion, statt nur realbezogenen Fiktionalstories

"Wir wollen was ändern, ohne wirklich was zu ändern.", ist mir als prägnante Aussage im Kopf geblieben. Ich vermisse den Anspruch wie ihn zB. die BBC oder andere ÖRs (anderer Länder) haben. Sie redet von Fiktionalität, bezieht sich aber ständig auf authentische Realbezüge. Heißt für mich, für reine Fiktionalität ist kein Platz und kein Bedarf. Krimi ist und bleibt nur klassische Krimi. Themen und Figuren die eher 'politisch unkorrekt' sind habens bei der DEGETO schwer. Also keine korrupten Polizisten, lobbyverseuchte und machtbesessene Politiker oder andere Figuren des 'öffentlichen Lebens' die über Leichen gehen könnten. Schade eigentlich.

Von Genren wie SciFi, Fantasy, Horror oder gar normale Action ggf. gepaart mit dem Krimi (bis auf einige Ausnahmen bisher) brauche ich dann wohl erst gar nicht anfangen. Im Besten Falle landet das alles eh im Nachtprogramm und stört somit Keinen.^^

Nee, sorry DEGETO, aber da muss mehr möglich sein, mindestens so eine breite Akzeptanz wie auf BBC & co. Am Geld scheiterts ja nicht, eher am Willen. Das der Zuschauer sowas auch nicht sehen will, glaube ich nicht, sonst würden solche Formate auf den Privaten auch nicht funktionieren.

Der Morgenröte entgegen Ich

Der Morgenröte entgegen

Ich beneide Frau Strobl um ihre feminine Sanftheit und Geschmeidigkeit sowie ihre instinktiv richtige Rhetorik, mit der sie den anwesenden Drehbuchautoren liebevoll und einfühlsam erklärt, was sie in Zukunft zu schreiben haben.

Ich beneide die anwesenden Drehbuchautoren um ihren servillen wie devoten Gleichmut (das Ergebnis einer jahrelangen systematischen und konsequenten Abrichtung), mit dem sie ohne einen Hauch des Protests die Vorgaben der Generalsekr...der Degetochefin aufgenommen haben.

Und nein, das ist wirklich nicht ironisch gemeint. Viel mehr verständnisvoll.

Ich bin sicher, dem fiktionalen Programm der ARD steht eine goldene Zukunft bevor, denn Krimis, Herzschmerz und pädagogischer Sozialkitsch gehen bei den Deutschen bekanntlich immer. Also, never change a winning team, wie die Franzosen sagen.

Apropos Franzosen: Weitere Krimireihen am "neuen" Donnerstagabend. Wow, die Innovationsfreude der ARD haut mit aus den Socken. Habe ich, als Frau Strobl weitere Krimis angekündigt hat, im Hintergrund etwa Sektkorken knallen hören?

Aus Gründen der persönlichen Wohlbefindens der anwesenden Drehbuchautoren und Frau Strobl bin ich sehr froh, dass die Nachfragen der mutigen Schreiber sich auf Nebensächlichkeiten wie ein offenes Ende oder Dialekte beschränkt haben.

Wo kämen wir bloß hin, wenn man die Vorsitzende einer 400 Mio. € schweren Planstelle mit Fragen nach einer nachweisbaren Verjüngung des Publikums, einer zeitgemäßen, cineastischen Bildsprache, der Möglichkeit weiterer Genres, des Genremix oder gar - VORSICHT, jetzt wird's echt crazy!!! - der Anschlussfähigkeit des deutschen fiktionalen Fernsehens ans amerikanische, britische oder skandinavische belästigt hätte.

Nein, das geht nur wahrlich nicht! Kätzer! Schäm dich!

Jedenfalls bin ich mehr als froh und dankbar, als junger Beitragszahler und anspruchvoller Zuschauer unter der tatkräftigen Betätigung der deutschen Drehbuchautoren auch in Zukunft ein Programm finanzieren zu dürfen, von dem ich jetzt schon weiß, dass ich es auch weiterhin nicht konsumieren werde.

So long, zwangsgebührenfinanziertes German TV, welcome Netflix, iTunes, watchever...whatever!

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